A4-Drama: Zweite Tragödie verhindert

Parndorf LKW Flüchtlinge
© APA/ Schlager

Flüchtlinge öffneten während der Fahrt Seitentür - Von Tätern in Gols ausgesetzt.

Die Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zu dem vor einer Woche bekannt gewordenen Schlepperdrama auf der Ostautobahn (A4) einen ähnlich gelagerten Schlepperfall aufgedeckt. 81 Personen seien in einem fast bauartgleichen Fahrzeug wie der Todes-Lkw auf der A4 nach Österreich geschleppt worden - von der "selben Tätergruppe", sagte Polizeichef Hans Peter Doskozil.

Türe konnte mit Brecheisen geöffnet werden

Die Täter führten diesen Transport am 27. August durch - genau an jenem Tag, an dem der Lastwagen mit den 71 Toten entdeckt wurde. Diese Flüchtlinge seien in einer ähnlich lebensbedrohenden Situation gewesen. Den 81 Personen im zweiten Lkw sei es gelungen, "mit einem Brecheisen die Seitentür des Fahrzeugs während laufender Fahrt zweimal zu öffnen", erklärte Doskozil. In Gols im Bezirk Neusiedl am See setzte der Schlepper schließlich die Flüchtlinge aus. Diese Fahrt sei eindeutig einem in Ungarn Inhaftierten zuzuordnen, sagte Doskozil.

Nachdem man die 81 Personen aufgegriffen habe, seien sie nach Vordernberg zur asylrechtlichen Behandlung gekommen, sagte der Polizeichef. Danach wurden sie teilweise in Traiskirchen, teilweise in Verteilerzentren gebracht. Sechs Einvernahmen wurden bereits durchgeführt. Hinweise zu dem Fall erhielt die Polizei, nachdem Medien Fotos veröffentlichten. Laut Doskozil wurden die beiden Schlepper-Fahrzeuge unmittelbar vor den Fahrten nach Österreich gekauft und zugelassen. "Es kann durchaus sein, dass die 71 Personen die erste Schlepperfahrt gewesen ist", sagte der Polizeichef.

erstellt am 04. September 2015, 14:37

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