Todesdrama um ›faulsten Beamten‹

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© APA

Ein Burnout-Beamter und sein Sohn wurden erschossen in einem Haus in Ferlach gefunden.

Die Familientragödie dürfte sich bereits am Dienstagnachmittag abgespielt haben. Anrainer hörten dumpfe Knallgeräusche. Doch erst einen Tag später entschlossen sich zwei Nachbarn, die Polizei zu alarmieren, da sowohl die Terrassentür als auch das Garagentor offen standen.

Im Stiegenhaus fand die Sektor-Streife zwei Leichen: die von Werner S. (53) sowie von dessen 23-jährigen Sohn Christopher. Wie die Kripo anhand der Tatortspuren herausfand, dürfte es sich um einen Mord mit anschließendem Suizid handeln, wobei noch nicht fest steht, wer von den beiden der Täter war.

Wie ÖSTERREICH von Freunden des Vaters erfuhr, galten beide als sehr impulsiv – und als Sonderlinge; wobei der Ursprung dazu in der Vergangenheit des Vaters liegen dürfte: Der stand 2005 als faulster Beamter Österreichs vor Gericht, bekam 15 Monate Haft und verlor seinen Job dadurch. Sein Sohn wurde in der Schule deswegen gemobbt, bis ihn nichts mehr, auch nicht der geliebte Handballsport, interessierte.

Vor zwei Jahren brach die Ehefrau und Mutter aus der Familie aus; worauf sich die beiden noch mehr zurückzogen. Vater Werner lebte nur noch von Jagdbegleitungen, Christopher war arbeitslos, aber auch jagdbegeistert. Im Haus sollen die beiden laut Bekannten mindestens 20 Gewehre gehabt haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. (krt, kor)

Er hatte 100 Akten nicht bearbeitet
Der »faulste Beamte«

Werner S. hatte als Beamter des Bezirksgerichtes Klagenfurt drei Jahre lang keine Akten bearbeitet. 100 Akten waren so liegen geblieben. Das brachte ihm den Ruf als „faulster Beamter Österreichs“ ein. Im September 2005 wurde er deswegen am Landesgericht Klagenfurt wegen Amtsmissbrauch zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt.

Alles zu viel. Werner S., der als Rechtspfleger für Unterhaltsanträge und Sachwalterschaften zuständig war, gab damals als Rechtfertigung an: „Die Arbeit wurde mir zu viel und die unerledigte Arbeit machte mir zu schaffen.“

erstellt am 03. September 2015, 22:45

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