Ehefrau: "Er zwang mich zum Kopftuch"

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© APA/EPA/ELMAR GUBISCH

Die Ehefrau des Amok-Killers schilderte der Polizei das Ehe-Maryrium.

Alen R. zeigt keine Reue für seine Taten, er sitzt nach neuem Verhör in Untersuchungshaft.

Die Verhöre der Grazer Behörden bringen neue dramatische Details aus dem Leben des Amokfahrers Alen R. (26). Seine Frau erzählte bei ihrer Zeugenaussage, ihr Mann habe sie zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen.

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

Weil die Mutter zweier kleiner Buben das ablehnte, kam es zum Ehestreit. Das sei dann „im Raum stehen geblieben“, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Christian Kroschl am Dienstag.

Immer wieder Gewalt. Zudem sei der Mann in der Vergangenheit mehrfach ihr gegenüber gewalttätig geworden. Am 28. Mai ist die Ehekrise eskaliert. Nach 
ÖSTERREICH-Informationen war es die Cousine der Frau, die die Polizei alarmierte. Die Behörden brachten die Frau in Sicherheit, Alen R. bekam eine behördliche Wegweisung. Kurz vor der Amok-Tat am 20. Juni zog er wieder zu Hause ein.

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U-Haft. Unterdessen wurde der gebürtige Bosnier am Dienstag zum Pflichtverhör dem Haftrichter vorgeführt. Auch ein psychiatrischer Gutachter wurde beigezogen. Das Ergebnis: R. kommt in U-Haft. Ob er zur Tatzeit zurechnungsfähig war, konnte noch nicht abschließend beurteilt werden.

Bislang hat R. kaum ­Kooperation gezeigt. „Er hat sich verfolgt gefühlt von den ­Personen, die er angefahren hat“, sagen die Behörden. Aber weiterhin keine Spur von einem Geständnis, drei Menschen am Samstag in der Grazer City totgefahren und 36 weitere Personen verletzt zu haben.

Spurensuche. Indes gibt ein geheimnisvoller Twitter-­Account von Alen R. Rätsel auf

Twitter-Account: 2.578 folgten ihm

Amokfahrer Alen R. war im Internet höchst aktiv: Allein auf Twitter hatte er 2.578 Follower.

Der 26-Jährige war bis kurz vor seiner Amokfahrt sowohl auf Facebook als auch auf Twitter Dauergast. Seine letzte Eintragung auf Facebook war am Samstagvormittag, kurz vor dem Attentat: „Hurensöhne Not In My Name“, schrieb er. Dazu postete er ein Video namens Beat It zweier US- Rapper.

Amokfahrt in Graz - Pressekonferenz Die Pressekonferenz
© TZ ÖSTERREICH/Fruhmann
Amokfahrt in Graz - Pressekonferenz Die Pressekonferenz
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Amokfahrt in Graz - Pressekonferenz Die Pressekonferenz
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Alle anderen FB-Postings und Fotos löschte er. Er wollte offensichtlich keine digitalen Spuren hinterlassen. Daraus schließen die Ermittler, dass der Anschlag keine spontane, sondern eine geplante Handlung ­gewesen ist.

Follower: Vermummte mit Kalaschnikows, Frauen
Extrem geheimnisvoll auch seine Aktivitäten auf Twitter: Er folgte 2.772 Nutzern, vornehmlich im ara­bischen Raum. Viele dieser Twitter-User posteten Koran-Suren. Einige zeigen sich auf ihren Profilfotos vermummt und posieren mit Kalaschnikows. Auch ein Neonazi ist unter seinen Followern. Zu finden sind aber auch zahlreiche Adressen junger Frauen. Die meisten von ihnen stammen vom Balkan.

Große Fangemeinde: Tausende lasen seine Tweets
Alen R. hat aber auch selbst eine große Twitter-Anhängerschaft. 2.578 User folgten ihm, lasen regelmäßig seine Beiträge. Eine Zahl, die für einen Kraftfahrer in Graz mehr als nur erstaunlich ist.

Auch auf Twitter hat der gebürtige Bosnier alles gelöscht, jede Spur verwischt.
Die Ermittler in Graz sehen dennoch keinen terroristischen Hintergrund. Die auffälligen Internetaktivitäten des Kraftfahrers werfen viele neue Fragen auf.

Graz: Eine Stadt in tiefer Trauer Graz trauert nach Amok-Fahrt
© APA
Graz: Eine Stadt in tiefer Trauer Graz trauert nach Amok-Fahrt
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erstellt am 23. Juni 2015, 23:15

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