Urteilsbegründung: "Unwürdige Sprache"

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© APA/HERBERT NEUBAUER

Auch Vertreter der Justiz sind entsetzt über die Begründung des Freispruchs.

Die Kritik über die Urteilsbegründung in der Causa steirischer Arzt reißt nicht ab. Nach der Politik reagiert jetzt auch die Justiz auf das Schreiben, das sich vor allem auf das Äußere der Zeugen konzentrierte. „Diese Sprache ist der österreichischen Justiz nicht würdig“, sagt Alexia Stuefer, Vizepräsidentin der österreichischen Strafverteidiger, sie hätte diese Art der Formulierung noch nie gesehen.

Trauma

„Ganz extrem“ nannte auch der ehemalige Präsident des Jugendgerichtshofs, Udo Jesionek, die Ausdrucksform in der Urteilsbegründung. Nicht nur sei es nicht üblich, die Zeugen fertigzumachen, die Opfer könnten dadurch noch mehr traumatisiert werden, so Jesoinek. Er sieht Handlungsbedarf.

Inhalt

Die Kinder und die Ex-Frau des steirischen Arztes werden mit Ausdrücken wie „hasserfüllt“ und „äußerst fordernde, besitzergreifende und impulsive Person“ beschrieben, die Erklärungsversuche als „jämmerlich“ dargestellt. Der Freispruch ist noch nicht rechtskräftig.

erstellt am 23. November 2017, 08:38

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