Ski-WM 2013: Überblick über 247,75 Mio. fehlt

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Manche Förderentscheidungen seien laut Prüfern nicht nachvollziehbar.

Schladming. 247,75 Millionen Euro an öffentlichem Geld sind für die Ski-WM 2013 in Schladming geflossen. Viele Investitionen seien weder schlüssig noch nachhaltig, fasst der Rechnungshof (RH) in seinem mehr als 200 Seiten starken Endbericht zusammen. Mit 152,85 Mio. sei das Land Steiermark der mit Abstand größte Geldgeber gewesen. 24,01 Mio. der Fördermittel seien vom Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport gekommen.

Nicht schlüssig. Die geplanten Kosten für das Zielstadion Planai verdreifachten sich auf fast 30 Millionen Euro. Auch beim Mediencenter seien die Kosten ohne Begründung von 12,6 Mio. auf 19,27 Mio. angewachsen. Dass Land und Bund den Skygate-Stahlbogen mit über zwei Mio. förderten, beurteilte der RH als nicht zweckmäßig, da dieser ein „reines Marketinginstrument“ und keine Sportinfrastruktur sei. Von den geplanten Umweltschutzmaßnahmen im Ausmaß von 17,2 Mio. Euro wurde laut RH indes nur wenig umgesetzt. Zudem habe im Hintergrund ein Zuständigkeitschaos geherrscht.

Nachhaltigkeit?

Hinsichtlich der nachhaltigen touristischen Wirkung der investierten öffentlichen Finanzmittel lasse sich übrigens noch kein eindeutiger Trend erkennen, hält der RH fest. Die Nächtigungszahlen seien 2013 zwar um insgesamt 99.000 Nächtigungen gegenüber 2012 gestiegen, jedoch hätten Beschäftigungsentwicklung und Bettenauslastung keinen Zuwachs gezeigt.

Verantwortung. Die Opposition übte scharfe Kritik an der Verwendung öffentlicher Gelder durch das Land. Es werde zu klären sein, wer konkret dafür die politische Verantwortung trägt, so Lambert Schönleitner (G). Für Mario Kunasek (FPÖ) reihe sich die Ski-WM in Schladming „nahtlos in die Liste der Finanzskandale Estag, Herberstein, Fohnsdorf und Co. ein“.

erstellt am 20. November 2015, 12:11

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