KH-Nord-Planer: Tochter jobbt im Stadtratsbüro

Frauenberger
© APA/GEORG HOCHMUTH

Laura Wimmer ist Vizechefin jenes Stadtratsbüros, das ihren Vater klagen will.

Bis heute ist Albert Wimmer einer der Topstars der Architekturszene - vom Red-Bull-Stadion in Leipzig bis zum Wiener Hauptbahnhof reicht seine stolze Referenzliste.
 
Nur einmal hat er danebengehauen: Vor rund zehn Jahren gewann er überraschend den Architekturwettbewerb für das Krankenhaus Nord - ohne jemals zuvor ein Spital geplant zu haben.
 

Vernetzt

Damals wurde heftig gemunkelt, dass es nicht geschadet habe, dass er bestens im Rathaus vernetzt ist - seine Gattin Beate Wimmer-Puchinger war etwa bis 2016 Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt.
 
Ende 2017 kündigte der KAV auf Druck des Rechnungshofs und nach einer Skandalserie eine saftige Schadenersatzklage gegen Wimmer an - ein Gutachten geht von einem Schaden von 30,6 Millionen Euro aus, den angebliche Fehlplanungen Wimmers verursacht haben sollen.
 
Und damit wird der Fall extrem pikant. Denn die Vizechefin des Büros von Frauenberger, das alle Akten des KAV zur Klage jederzeit einsehen kann, ist Laura Wimmer, die Tochter des Beklagten.

Dementi

"Laura Wimmer hatte nie etwas mit dem Krankenhaus Nord zu tun und war schon seit 2011, also lange bevor Sandra Frauenberger Gesundheitsstadträtin wurde, in deren Büro tätig", so die offizielle Stellungnahme des Büros von Frauenberger. Architekt Wimmer beruft sich auf seine Verschwiegenheitspflicht.
 

Unvereinbarkeit

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger ortet dennoch einen Megaskandal: "Wenn die Tochter des KH-Nord-Architekten an neuralgischer Stelle im Büro der Gesundheitsstadträtin arbeitet, schlägt das dem Fass den Boden aus. Man muss sich vorstellen: Frauenberger will den Architekten auf Schadenersatz verklagen, während dessen Tochter Zugang zu allen Akten hat. Das ist absolut unvereinbar und beweist unglaubliche Freunderlwirtschaft. Der rote Sumpf muss trockengelegt werden."
 
Josef Galley

erstellt am 07. April 2018, 08:01

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