Häupls Poker: Doch Zeiler als Wunscherbe?

Häupl Zeiler
© APA

Mit einer Mischung aus Drohungen und Versprechungen kämpft Häupl um die Macht.

Dass Michael Häupl beim Parteitag am 29. April als einziger Kandidat ins Rennen geht, ist, wie ÖSTERREICH berichtete, praktisch fix – diese Woche zieht er bei der SPÖ-Klubklausur in Floridsdorf und hinter den Kulissen dafür die Strippen.

In informellen Gesprächen und in der offiziellen „Harmonie-Arbeitsgruppe“ mit sieben Spitzenfunktionären verspricht Häupl für seine Wiederwahl am Parteitag, dass er nach der Nationalratswahl, also wohl im Herbst 2017, endgültig seine Nachfolge regelt.

Drohungen

In ebenso ­vielen informellen Gesprächen hat Häupl laut Insidern auch offen gedroht, dass Streichaktionen gegen ihn am Parteitag verheerende Folgen hätten.

Dann würde im zweiten Wahlgang der Hoffnungsträger der Häupl-Kritiker, Stadtrat Michael Ludwig, ein riesiges Streichungspaket ausfassen, wie es ihm die Häupl-Fraktion zuletzt bei der SPÖ-Bildungskonferenz probehalber verpasst hatte – Ludwig hatte das schlechteste Ergebnis aller SPÖ-Bildungschefs seit 1945.

„Passiert ihm das beim April-Parteitag, hat Ludwig im Herbst keine Chance mehr auf eine Kandidatur“, fürchtet einer aus der Reihe der Häupl-Kritiker, der seine Freunde intern deshalb händeringend zur Ruhe mahnt.

Doch noch Zeiler?

In mindestens einem internen Gespräch, in dem ihn engste Vertraute, wie Renate Brauner und Harry Kopietz, nach einem Nachfolger gefragt haben, soll Häupl laut nachgedacht haben, ob es trotz Gegenwind und Absage noch eine Chance für seinen Lieblingskandidaten Gerhard Zeiler geben könnte: „Er kann Wahlen gewinnen – im Gegensatz zu vielen anderen.“ Ludwig etwa sei zu „rot-blau“ angehaucht für Wien, Ulli Sima zu wenig in der SPÖ verankert, und Parlamentschefin Doris Bures habe zu wenig städtisches Profil für einen Sieg. „Und mein Nachfolger muss vor allem eines: in Wien Wahlen gewinnen“, meint Häupl.Josef Galley

erstellt am 20. März 2017, 07:38

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