Häupl plant "Neustart für Karlsplatz"

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© TZ Oesterreich Reismann Erich

Im ÖSTERREICH-Talk sagt Bürgermeister Michael Häupl, wie er den Karlsplatz retten will.

Die Verschandelung des Karlsplatzes und die Debatte um das Heumarkt-Hochhaus werden jetzt zur Chefsache. Michael Häupl kündigt an, dass er die Zürich-Kosmos-Versicherung auskaufen, das Wien Museum völlig neu planen und damit die Verschandelung des Karlsplatzes verhindern will.

ÖSTERREICH:
Was ist Ihr Vorschlag für den Streit um die drohende Verschandelung des Karlsplatzes?

Michael Häupl: Ich habe ja da eine ganz andere Idee als die bisher diskutierten. Auch wenn Finanzstadträtin Renate Brauner das jetzt vielleicht nicht gerne hört: Eine Versicherung wie die Zürich-Kosmos kann ihr Gebäude überall in Wien aufstellen. Das muss nicht am Karlsplatz sein. Würde die Stadt der Versicherung den Grund ablösen, könnte man in einem völlig neuen Projekt das Wien Museum so erweitern, wie es ohnehin eigentlich notwendig wäre.

ÖSTERREICH: Wobei dann auch bei der Neuplanung ein entsprechender Schutz der Karlskirche vorgesehen wäre?

Häupl:
Dann könnte man etwas völlig Neues planen, das das Ensemble am Karlsplatz nicht stört. Vielleicht sagt man mir ja, dass das eine Schnapsidee ist. Aber als Wissenschaftler bin ich gewöhnt, dass ich meine Ideen frei zur Diskussion stelle – das tue ich hiermit. Die Karlskirche, der Karlsplatz und vor allem das Wien Museum, das endlich genug Platz hätte – alle würden profitieren.

ÖSTERREICH: Was denken Sie sich, wenn eine doch ziemlich überraschende Koalition aus Künstlern wie Erika Pluhar und rechten Politikern wie Ursula Stenzel gegen das Hochhaus am Heumarkt auftritt?

Häupl: Das hätte ich beim ursprünglichen Plan mit über 80 Metern Höhe noch verstanden. Jetzt verstehe ich es allein schon deshalb nicht, weil beim Justizturm mit 86 Metern Höhe alle heutigen Kritiker geschwiegen haben. Jetzt soll plötzlich ein Turm mit 66 Metern Höhe das Problem sein? Das kann ich nicht nachvollziehen.

ÖSTERREICH: Ist laut Ihren Informationen der Weltkulturerbe-Status in Gefahr?

Häupl: Wir haben den Welterbe-Status von der UNESCO explizit deshalb bekommen, weil alle Epochen der Wiener Baukultur in der Innenstadt abgebildet sind. Also weil unsere Vorväter die Stadt eben nicht unter einen Glassturz gestellt haben. Deshalb sollte das nun adaptierte Projekt in einer ohnehin nicht gerade bevorzugten Lage am Rand der Innenstadt jetzt nicht abgelehnt werden.

erstellt am 11. Februar 2017, 19:13

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