Häupl-Kritiker wollen nicht "Brutus" sein

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© TZ Oesterreich Reismann Erich

Die Häupl-Kritiker reagieren jetzt auf die Zurechtweisung des Parteichefs.

Es war der jüngste Aufreger im offen ausgetragenen Streit in der SPÖ: Im Interview mit ÖSTER-REICH nahm Bürgermeister Michael Häupl seine Kritiker an die Kandare.

Forderungen an ihn, er solle doch endlich seine Nachfolge regeln (etwa von Ex-Landesparteisekretär Christian Deutsch) konterte er mit: "Wenn sich politische Ziehsöhne im Grenzbereich zu Brutus bewegen." Aber auch so manchen Genossen riefen die Aussagen auf den Plan. Parteikollege Thomas Reindl, Gemeinderatsvorsitzender der SPÖ Donaustadt, fragt Deutsch auf Twitter: "Ich mache mir Sorgen um dich, Christian. Wer oder was ist dein Treiber?"

Respekt. Deutsch weist den Vorwurf der respektlosen Kritik an Häupl von sich und sagt zu ÖSTERREICH: "Ich habe mich immer respektvoll ihm gegenüber geäußert und stets darauf hingewiesen, dass er Großes für die Stadt und für die Partei geleistet hat. Ich fühle mich nicht angesprochen."

"Harmonie".
Auch der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid "enttäuscht" Häupl. Schmid kontert und sagt, er schätze die Arbeitsgruppe, die sich um die innerparteilichen Zwiste kümmert: Diese soll "jetzt in Ruhe arbeiten und Lösungen finden. Ich schätze ihn (Anm.: Häupl) sehr, und wenn Veränderungen notwendig sind, dann hat dies nicht mit fehlendem persönlichen Respekt zu tun". Zu seinem möglichen "Brutus"-Status will er sich nicht äußern: "Über Brutus und Cäsar reden wir ein anderes Mal", sagt er.

Simmering. Von Simmerings Bezirksparteivorsitzendem Harald Troch ist Häupl zwar menschlich nicht enttäuscht, er würde sich jedoch erwarten, dass dieser endlich sein Versprechen einlöst, den 11. Bezirk für die SPÖ zurückzuholen. Dieser kontert: "Ich war immer für eine Erneuerung der SP in Wien, habe das nie an einzelnen Personen festgemacht. Säulenheilige gab es im frühen Christentum, da wird man wohl nachdenken dürfen."
 

erstellt am 13. Februar 2017, 07:52

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