Grazer Politiker: "Spanien knüppelt eigene Bürger"

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© KPÖ Graz/Sigrid Zitek

KPÖ-Chef Manfred Eber und Gemeinderätin Sigrid Zitek waren in Barcelona vor Ort.

ÖSTERREICH: Wie sind Sie zur Gelegenheit gekommen, als Beobachter nach Barcelona reisen zu dürfen?

Eber: Wir hatten schon länger Kontakt zur Assemblea Nacional Catalana (ANC) in Österreich, einer der großen Organisationen, die sich für das Re­ferendum einsetzen. Über diese wurden wir dann eingeladen, als „visitant internacional“ die Wahl zu beobachten.

ÖSTERREICH: Wie lässt sich die Stimmung nach der Wahl beschreiben?

Eber: Es gibt vielerorts den Versuch, zum Alltag zurückzukehren, es gab am Montag auch noch Demonstrationen gegen die Polizeigewalt, weil Spanien seine eigenen Bürger niederknüppelt, und die manipulative Berichterstattung spanischer Medien. Zugleich bleibt es natürlich das beherrschende Thema, ob jetzt die Un­abhängigkeit ausgerufen wird. Hubschrauber kreisten über der Stadt. Es gab hier aber keinerlei Gewalt zwischen Anhängern und Gegnern des Referendums.

ÖSTERREICH:
Bei uns stehen ja Wahlen einer ganz anderen Art an. Gibt es dennoch etwas, das man von den Katalanen lernen kann?

Eber:
Beeindruckend und sehr schön war es, zu sehen, wie die Menschen Demokratie leben, stundenlange Wartezeiten bei der Stimmabgabe in Kauf nehmen und dabei ruhig und diszipliniert bleiben. Das Wahlrecht ist ein hohes Gut – es ist zu wünschen, dass auch die Österreicher sich dessen deutlicher bewusst wären.

erstellt am 04. Oktober 2017, 10:18

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