FPÖ lässt Schulvortrag platzen: Aktion war unzulässig

Fritz Enzenhofer Landesschulrat Oberösterreich
© APA/HELMUT FOHRINGER

SPÖ fordert ein Aus für die FPÖ-Website, auf der Lehrer angeprangert werden können.

Ein laufender Unterricht sei "durch Anrufe oder sonstige Interventionen von Dritten nicht abzubrechen": So heißt es in dem ÖSTERREICH vorliegenden Bericht des Landesschulrats (LSR) zu einer Causa, die im März die Gemüter erregte. Wie berichtet, wurde in einem Linzer BORG ein Vortrag des Extremismusexperten Thomas Rammerstorfer abgebrochen, nachdem der FPÖ-Politiker Roman Haider in der Schule interveniert hatte.

Enzenhofer: Lehrer fühlte sich existenziell bedroht

SPÖ-Chefin Birgit Gerstorfer hatte daraufhin einen Bericht des LSR angefordert. Schon im Gespräch mit ÖSTERREICH hatte LSR-Präsident Fritz Enzenhofer Haiders Beschwerde kritisiert: Der Lehrer habe sich unter Druck gesetzt und "existenziell bedroht" gefühlt. Nun wird die Intervention im Bericht offiziell verurteilt. "Dem Abbruch ging eine klare Einflussnahme der FPÖ voraus", er sei "nicht zulässig" gewesen, schlussfolgert Gerstorfer. Sie verlangt nun ein Aus für die "Vernaderungsseite", die die FPÖ nach dem Eklat eingerichtet hatte. Auf www.parteifreie-schule.at können Lehrer angeschwärzt werden, die nach Befinden der Schüler nicht objektiv unterrichten. FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner fordert indes kurioserweise Maßnahmen gegen exakt das, was der Bericht seiner Partei vorwirft: Lehrer müssten für verbotene parteipolitische Einflussnahme sensibilisiert werden.

Grünen-Klubchef Gottfried Hirz wiederum will Haider aus dem Kollegium des LSR abgezogen wissen.

erstellt am 10. Mai 2017, 08:40

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