Unmut wegen Quartieren in Berg in Slowakei

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Zwei Frauen und drei Männer als Verdächtige angezeigt

Flüchtlinge -

Utl.: Vororte von Bratislava verlangen mehr Polizei im Grenzgebiet =

   Bratislava/Berg (APA) - Der Bau neuer Flüchtlingsunterkünfte im niederösterreichischen Berg hat auf slowakischer Grenzseite viel Unmut hervorgerufen. Grenznahe Vororte der slowakischen Hauptstadt forderten bereits die Polizei auf, in diesem Zusammenhang die Überwachung des slowakisch-österreichischen Grenzgebiets zu "intensivieren", berichteten am Donnerstag Medien an Ort und Stelle.

   "Es freut uns keinesfalls, was (in Berg) abläuft, denn es liegt sehr nahe, viel näher als das Flüchtlingslager in Nickelsdorf," erklärte der Bürgermeister des Vororts Jarovce, Pavol Skodler, auch im Namen seiner Kollegen aus dem unweit gelegenen Orten Rusovce und Cunovo. Alle seien sich einig, dass es von Österreich oder den Bürgermeistern österreichischer Nachbargemeinden "anständig" gewesen wäre, die slowakische Seite im Vorfeld zu informieren, was an der gemeinsamen Grenze vorbereitet wird.

   Laut der Bürgermeisterin von Cunovo, Gabriela Ferencakova, ist es notwendig, "rasant und sofort" zu handeln. Wenn man den Andrang von Flüchtlingen nicht rechtzeitig stoppt, werde sich dies in Zukunft rächen, betonte sie. Bürger der betroffenen Vororte seien beunruhigt.

   Im Bereich des einstigen Zollamts Berg in Niederösterreich werden aktuell Containerunterkünfte gebaut, in denen rund 60 Flüchtlinge aus Syrien Platz finden sollen. Damit sollen andere Flüchtlingslager entlastet werden. Das Areal gehört zwar zum niederösterreichischen Berg, liegt aber außerhalb der Gemeinde, nur rund 150 Meter von der Grenzlinie zur Slowakei und etwa 4 Kilometer vom Zentrum der slowakischen Hauptstadt entfernt.

   Auch die Leitung der Hauptstadt Bratislava zeigte sich überrascht, dass man vom neuen Flüchtlingsquartier nicht bereits im Vorfeld unterrichtet wurde. Die österreichische Seite sei dazu auch nicht verpflichtet, so eine Sprecherin der Stadt. Laut Oberbürgermeister Ivo Nesrovnal sei der Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft durchaus verständlich, es ist aber "notwendig zu kommunizieren und über aktuelle Probleme gemeinsam zu entscheiden," erklärte er der Agentur TASR gegenüber. Eventuelle Maßnahmen werde man in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium annehmen.

   Aus dem Innenressort selbst hieß es bereits am Mittwoch, man "will und kann sich in die Innenpolitik eines Nachbarlandes nicht einmischen." Innenminister Robert Kalinak wies aber zugleich auf "mehrere Risiken". Unter anderem liege das neue Containerstädtchen unmittelbar an einer frequentieren Verkehrsader zwischen zwei Regionen, wobei sich Flüchtlingskinder unmittelbar an der Straße bewegen werden, was nicht gut sei.

   Zudem liege das Lager im Zwischengrenzbereich. Auch habe die slowakische Seite vom Bau nur vermittelt und nur einige Tage vor der Fertigstellung erfahren. Korrekt und anständig wäre es im Vorfeld zu informieren, so Kalinak.

 

erstellt am 27. August 2015, 14:16

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