Todeskeime in Spitälern: Top-Anwältin klagt an

Krankenhaus
© Getty Images (Symbolbild)

Die Fälle von lebensgefähr­lichen Infektionen häufen sich.

Ljuban Bosancic, heute 65, ist sportlich und gesund. Doch er entwickelt eine Herzklappeninsuffizienz und muss sich einem Routineeingriff unterziehen. Im Krankenhaus infiziert er sich aber mit Pseudomonas Aeruginosa 4MRGN, einem Keim, der gegen alle vier gängigen Antibiotika-Gruppen resistent ist.

Es folgen weitere Operationen. Aufgrund der Infektion bleibt er fünf Wochen lang abgeschottet in einem Isolierzimmer und tappt im Dunkeln: Denn erst seine Frau informiert ihn über seinen Zustand.

Hygienemängel
Seiner Anwältin Karin Prutsch fällt daraufhin auf, dass sich Fälle dieser Art bei ihr häufen: Josef Z., 60, wurde im LKH Leoben mit 4MRGN infiziert und muss lebenslang in Isolation leben. Ein weiterer Klient liegt derzeit im LKH Leoben mit Verdacht auf eine Infektion. Der Vater einer Dame ist sogar daran gestorben.

Meldepflicht

Laut einer Studie würden 90.000 Menschen in Europa an einer Infektion dieser Art sterben. Ein Drittel von ihnen ließe sich durch hygienische Maßnahmen und der Anschaffung von Geräten, die Räume innerhalb von Stunden zu 100 Prozent von Keimen befreien, retten. Prutsch fordert aus diesem Grund eine Meldepflicht für Spitäler – zumindest im Falle einer Infektion mit multiresistenten Keimen.

erstellt am 14. März 2017, 09:03

Postings 0 Kommentare ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Mehr zum Thema

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.