Stadt stoppt 70 Abrisse von Wohnhäusern

Abriss Radetzkystraße
© TZOe Artner

Ohne Vorwarnung wurde den Mietern in der Radetzkystraße das Dach weggerissen.

Seit dem Wochenende ist die neue Schutzverordnung für Gründerzeithäuser in Kraft. Wohnbauten, die vor 1945 entstanden, dürfen – auch wenn sie außerhalb von Denkmalschutzzonen liegen – nur noch mit Bestätigung der MA 19 abgerissen werden. 70 Abrissprojekte wurden seitdem von der Baupolizei gestoppt.

Trotzdem sind die Mieter und Anrainer geschockt, wie etwa das ehemalige Restaurant Sperl auf der Wieden dem Erdboden gleichgemacht wird. Auch in der Radetzkystraße wurde längst mit dem Abriss begonnen, obwohl noch 25 Mieter darin wohnen. Das Dach wurde bereits abgetragen. „Unabhängig davon, ob das Haus erhaltenswürdig ist oder nicht, und der Abriss rechtlich gedeckt ist, kann man so nicht mit Mietern umgehen“, so ÖVP-Bezirksrätin Jutta Haidacher-Cyganek.

Laut ihr hat die rot-grüne Stadtregierung den Teilabriss zu verantworten. „Die Stadt muss nun zwischen Eigentümer und Mietern vermitteln, um eine Lösung zu finden. Es kann nicht sein, dass Bewohner ohne Dach über dem Kopf weiterleben müssen!“, so ÖVP-Klubobmann Georg Keri.

Strafen

Offenbar hat auch dieser Eigentümer versucht, noch vor dem 1. Juli einen Abriss durchzuziehen. Derzeit kassieren Baufirmen das Fünffache für Abrisse und nicht alle halten sich an die Stopps. Diesen Firmen drohen Strafen bis zu 30.000 Euro, die sie freilich oft aus der Portokasse zahlen.

erstellt am 05. Juli 2018, 06:57

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