Jetzt spricht das Hakenkreuz-
Opfer

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© Privat

Nachbarschaftsstreit artete aus: Verdächtiger in U-Haft.

„Ich hatte Todesangst“, sagt der Schichtarbeiter aus Bad Fischau (siehe Interview). Die Täter hatten dem 52-Jährigen überdies den ganzen Kopf zerschnitten, nach dem Übergriff sein Rad zerstört.

Es war vermutlich ein Stanley-Messer. Robert T. zu ÖSTERREICH: „Einer hat zu einem anderen gesagt, dass er nicht zu tief schneiden soll, dass es nur eine Warnung sein soll. Das war mein Glück.“ Als die Vermummten von ihrem Opfer abließen und flüchteten, nahm Robert T. mutig die Verfolgung auf. Doch das Blut strömte in seine Augen und er gab auf. Die gute Nachricht dann im Spital: Die Verletzungen werden nicht dauerhaft bleiben.

Seit Jahren schwelt ein Nachbarschaftsstreit
Jetzt ermittelt der Staatsanwalt, ein Verdächtiger (33) sitzt in Untersuchungshaft, gegen vier weitere wird ermittelt (es gilt die Unschuldsvermutung). Als Hintergrund des Übergriffs wird ein Nachbarschaftsstreit angenommen, der seit Jahren tobt und nun völlig eskalierte. „Meine Frau und ich lassen uns aber nicht fortjagen“, so Robert T.(bro)

Interview:

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen jetzt?
Robert T.: Die Wunden sind zum Glück gut verheilt. Laut den Ärzten wird man bald auch nichts mehr sehen.
ÖSTERREICH: Wie hat der Streit begonnen?
Robert T.: Es begann 2012. Vorher gab es ein gutes Verhältnis. Dann bat ich darum, während eines Urlaubs meinen Garten zu gießen. Das geschah nicht. Stattdessen wurde viel Wasser verbraucht, aber nur der Nachbargarten war wunderbar grün. Da brach ich den Kontakt ab.
ÖSTERREICH: Und dann?
Robert T.: Es schaukelte sich hoch. Es gab Beschimpfungen, Drohungen, Anzeigen und Klagen. Gerade erst wurden mein Haus und mein Auto beschmiert. Auf das Auto wurde ebenfalls ein Hakenkreuz gesprayt. „Nazi“, „Hure“ und „Schlampe“ und „Zieht aus“ war auch zu lesen. Mein Rechtsanwalt wollte eine Unterlassungsklage einbringen, unmittelbar darauf kam es zum Übergriff.
ÖSTERREICH: Die Schwester des Inhaftierten sagt, Sie hätten sich die Verletzungen selbst zugefügt, um Ihrerseits die Nachbarn zu belasten.
Robert T.: Das ist völliger Unsinn. Warum sollte ich so etwas erfinden und mir das antun? Außerdem hat ein gerichtlich beauftragter Gutachter festgestellt, dass ich mir die Verletzungen nicht selbst zugefügt haben kann. Ich hatte Todesangst.

erstellt am 19. Oktober 2015, 08:31

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