Grazer Paar erpresste Behörden

Landesgericht Graz
© APA/MARKUS LEODOLTER

Die Opfer: ein Bezirkshauptmann, eine Bankdirektorin und Gerichtsbeamte.

„Echt blöd“ fand der angeklagte Unternehmer (52) gestern vor Gericht seine Idee: Mit „Dokumenten“ aus dem Internet, mit persönlichem Stempel versehen, aber auch mit der realen Drohung, Forderungen in ein Schuldnerregister in den USA eintragen zu lassen, griff er den Bezirkshauptmann von Graz-Umgebung an. Anlass? Eine Verkehrsstrafe in der Höhe von 50 Euro.

Wirre Ideen
Seine Partnerin instruierte er, auf ähnliche Weise gegen die Generaldirektorin der Volksbank AG vorzugehen – dort haftet immer noch ein Kredit in der Höhe von 36.000 Euro aus. Wobei: Die finanziellen Forderungen an den BH-Chef und die Bank-Chefin würden sich in astronomische Höhen schrauben, wenn die Wünsche nicht erfüllt werden – einmal die Abbuchung der Geldstrafe von einem ominösen „Treuhandkonto“, oder wenn die Bank einen ebenfalls fingierten Schuldschein nicht akzeptiert.

Vor Gericht zeigte sich das Paar leidlich geläutert, beim Unternehmer blitzte freilich hin und wieder noch die Faszination der Idee durch. Am Ende gab es – weil unbescholten und geständig – acht Monate bedingt und jeweils eine Geldstrafe von 960 Euro, was die Angeklagten nach kurzer Beratung mit ihrem Anwalt annahmen.

erstellt am 22. November 2017, 08:33

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