Bienensterben: Imker kämpfen gegen Seuchen

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Die hochansteckende Faulbrut und die Varroamilbe bringen unsere Bienen um.

Die ohnehin bedrohten Honigbiene hat in NÖ derzeit zwei aggressive Feinde. So brachte die „Amerikanische Faulbrut“ ganze Bienenvölker zur Strecke. Vor allem die Bezirke Zwettl und Hollabrunn sind betroffen.

Warnung
Der Erreger der hochansteckenden bakteriellen Faulbrut befällt ausschließlich Bienenlarven und breitet sich sehr schnell aus. „Wir haben die Faulbrut zwar jetzt durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Griff, doch die Krankheit kann jederzeit wieder ausbrechen“, erzählt Imkerverband-Präsident Johann Gruscher ÖSTERREICH. Zwei Betriebe sind noch betroffen. Um eine Verbreitung zu vermeiden, hat die Bezirkshauptmannschaft im Bezirk Zwettl großräumige Sperrzonen errichten.

Ursache
Schuld an der Verbreitung seien teilweise die Imker selbst: Da es viele verwahrloste Bienenstöcke gibt bzw. nicht ordentlich gereinigte, können sich die Bakterien natürlich rasch ausbreiten. „Leider melden auch viele Imker einen Befall nicht, was eigentlich gesetzeswidrig und damit strafbar ist“, so Gruscher.

Milben
Auch die Bienenblut saugende Varroamilbe hat sich, wie bereits berichtet, stark vermehrt. Über Bisswunden können Viren in die Insekten eindringen, die Bienen werden massiv geschwächt und befallene Larven haben eine verkürzte Lebensspanne. „Wir haben die Plage zu spät erkannt, um effektiv dagegen anzukämpfen. Es wird ein bis zwei Jahre dauern, bis sich die Lage normalisiert“, erklärt Gruscher.

Imker-Boom
Hoffnung gibt der anhaltende Trend zur Imkerei. „Wir haben allein heuer 266 neue Mitglieder, im ganzen Jahr 2014 gab es nur 63 Neuanmeldungen. Und immer mehr junge Menschen interessieren sich für die Imkerei“, freut sich der Verbandspräsident. Die Imker-Kurse an landwirtschaftlichen Schulen seien fast ausgebucht.

Insgesamt gibt es in NÖ derzeit 4.100 Imker, was nach OÖ mit 6.000 die zweithöchste Anzahl österreichweit ist.

erstellt am 05. Juni 2015, 22:11

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